Teilzahlungen & Skonto richtig buchen — ohne Chaos in der Buchhaltung
Was tun, wenn der Kunde nicht den vollen Rechnungsbetrag zahlt? Und wie funktioniert Skonto rechtssicher? Der Praxis-Leitfaden für Selbständige in AT & DE.
Die Realität im Kundengeschäft sieht selten so aus wie im Lehrbuch: Statt einer pünktlichen Vollzahlung kommen Teilbeträge, Raten oder Zahlungen mit Skonto-Abzug. Wer diese Zahlungseingänge nicht sauber verbucht, verliert den Überblick über offene Forderungen — und mahnt am Ende falsche Beträge.
Das Problem: Rechnung ist nicht gleich bezahlt oder offen
Die meisten Rechnungsprogramme kennen nur zwei Zustände: offen oder bezahlt. Die Realität dazwischen bleibt unsichtbar:
Kunde zahlt €200 von €500 — die Rechnung bleibt formal „offen", aber mit welchem Restbetrag?
Zwei Wochen später kommen weitere €150. Wie viel ist jetzt noch offen?
Mahnlauf startet — droht er mit €500 (falsch) oder €150 (richtig)?
Wer hier mit Excel oder Notizen arbeitet, macht sich angreifbar: Eine Mahnung über den vollen Betrag trotz Teilzahlung wirkt unprofessionell — und im Wiederholungsfall sogar rechtsrelevant.
So funktioniert die korrekte Verbuchung
Jede Zahlung wird als eigener Posten auf der Rechnung erfasst — mit Datum, Betrag und Art:
Skonto bedeutet: Der Kunde zieht einen vereinbarten Abzug ab (typisch 2–3% bei Zahlung binnen 7 Tagen). Rechtlich gilt die Rechnung dann als vollständig beglichen — der Abzug ist kein offener Rest, sondern eine vereinbarte Preisnachlässe.
Praxisbeispiel: Skonto
Rechnung: € 500,00 · Skonto 3% bei Zahlung binnen 7 Tagen
Kunde zahlt am Tag 5: € 485,00 (= 97%)
Ergebnis: Rechnung vollständig beglichen — die €15 Differenz sind vereinbarter Nachlass, keine offene Forderung.
Faustregel: Eine Zahlung ab ca. 90% des Bruttobetrags per Skonto gekennzeichnet schließt die Rechnung vollständig ab. Wichtig: Das sollte in deinen Zahlungsbedingungen („bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen 3% Skonto") vorab vereinbart sein.
Auswirkung aufs Mahnwesen — der oft übersehene Teil
Nur der Rest wird gemahnt: Nach einer Teilzahlung von €200 auf €500 mahnt das System €300 — nicht den vollen Betrag.
Verzugszinsen auf den Rest: Zinsen (B2B: 9 Prozentpunkte über Basiszins) berechnen sich auf den tatsächlich offenen Betrag, nicht auf die ursprüngliche Rechnungssumme.
Skonto beendet den Mahnlauf: Eine als Skonto gebuchte Zahlung stoppt jede weitere Mahnung automatisch.
Checkliste: So buchst du sauber
Jede Zahlung einzeln erfassen — mit Eingangsdatum (nicht Rechnungsdatum)
Art kennzeichnen: Vollzahlung / Teilzahlung / Skonto
Offenen Betrag laufend prüfen, bevor eine Mahnung geht
Bei Skonto: vorher in den Zahlungsbedingungen vereinbart haben
Einnahmen-Übersicht nach Zahlungsfluss führen (wichtig für die E/A-Rechnung)
Wie Faktox das automatisch macht
+ Zahlung buchen direkt in der Auftragsansicht — mit Betrag, Datum und Art (Voll / Teilbetrag / Skonto)
Status „teilweise bezahlt" mit laufendem Restbetrag-Anzeige
Überzahlungen werden serverseitig abgelehnt — keine negativen Verwirrungen
Mahnwesen und E/A-Rechnung rechnen automatisch nur mit dem echten offenen bzw. gezahlten Betrag
Teilzahlungen ohne Excel-Chaos verwalten
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